Anxiety

Angst ist eine Emotion, die uns alle in irgendeiner Form betrifft. Sei es zum Beispiel Agoraphobie – die Angst vor weiten Plätzen – Klaustrophobie, Akrophobie – die Höhenangst oder die Emetophobie – Angst sich übergeben zu müssen.

Durch unser soziales Umfeld – also wie wir aufwachsen – bekommen wir bestimmte Ängste bereits als junger Mensch eingetrichtert. Diese Ängste können sich im Laufe des Lebens weiter entwickeln. Sogar soweit, dass man bestimmte Dinge nicht mehr machen kann, das Haus nicht mehr verlassen kann oder einfach versucht so risikofrei und vorsichtig wie möglich durchs Leben zu gehen. Dabei kann es passieren, dass wir unser Leben nicht mehr ausschöpfen, sondern nur noch abwarten. Wieso ich mich der Angst widme? Weil Angst ein großer Teil meines derzeitigen Lebens ist. Durch meinen Unfall vor einigen Jahren erlitt ich ein Trauma, dass sich viele Jahre später in PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) äußerte. Aber beginnen wir am Anfang. November 2016 hatte ich plötzlich von einem Tag auf den anderen wirklich starken Schmerzen im unteren Rückenbereich. Ich konnte kaum sitzen, Autofahren, Sport betreiben. Alles tat furchtbar weh. Mein damaliges Trauma hat mir gezeigt, dass von einem auf den anderen Tag plötzlich alles anderes sein kann. Und durch diese Denkmuster entwickelte sich in meinem Kopf eine Idee, welche sich schließlich durch einen immer wiederkehrenden Gedanken manifestierte: „Ich habe Krebs.“

Der Doktor orderte ein Röntgen und CT und siehe da, die Bandscheiben waren das Problem. Doch trotz all der Beweise und den vielen Doktorbesuchen, konnte ich den Gedanken nicht abschütteln, dass es nicht doch mehr sein könnte. Über viele Wochen hinweg lebte ich mit der Angst, eine tödliche Krankheit zu haben und bald sterben zu müssen. Erst nach einigen Monaten, als die Schmerzen nachließen, wurde auch die Angst kleiner. Dennoch war dieses Denkmuster, die ständige Sorge um die Gesundheit und diese bereits krankhafte Aufmerksamkeit von körperlichen Symptomen immer noch da. Mittels Therapie, Kognitive Verhaltenstherapie, Yoga und Stressreduktion konnte ich langsam diese Angst abschütteln.
Und erneut wurde mein Körper einer stressreichen Situation ausgesetzt und dieses Mal war es mein Magen, der schon immer sehr sensibel auf Stress reagierte. Ständige Bauchschmerzen, Blähbauch, Verstopfungen und Durchfall waren an der Tagesordnung. Und erneut war mein Kopf der Meinung die Antwort zu kennen: Krebs. Tests, Untersuchungen und viele Doktorbesuche später war die Diagnose zwar Reizdarm, aber ich musste meinen Kopf erst selbst davon überzeugen. Die Problematik dabei war folgende:

Man sieht, dass die Angst und die damit verbundene Ausschüttung von Cortisol, Adrenalin und anderen Stoffen körperliche Symptome verstärkt und die sogenannte Kampf-oder-Flucht-Reaktion aktiviert. Dadurch versucht man bestimmte Situationen zu vermeiden und Trigger komplett zu umgehen. Dies verschafft kurzzeitig eine Erleichterung der Symptome, aber langfristig erzeugt dieses Verhalten genau den gegenteiligen Effekt. Allein die Erkenntnis, dass ich selbst in diesem Kreis steckte, brauchte einige Zeit. Doch ab diesem Zeitpunkt konnte ich beginnen, erste Tools für meinen Kampf gegen die Angst zu gewinnen. Bestimmte Methoden, Techniken, Stress reduzieren und vieles mehr half mir immens.

Die Angst ist ein Teil von mir. Und anstatt mich von der Angst kontrollieren zu lassen, wachse ich durch die Angst. Sie ist mein Antrieb weiterzumachen und meine Motivation jeden Tag so gut es geht auszuschöpfen. Die Angst hat mir nicht nur gezeigt, dass ich stärker bin als ich gedacht hatte, sondern auch, dass man bestimmte Prozesse, Dinge im Leben hinterfragen muss. Dinge, die selbstverständlich erscheinen.

Falls auch du mit Ängsten zu kämpfen hast, kannst du mir gerne schreiben oder kommentieren. Und vor allem ist es normal, dass der Körper ab einem gewissen Zeitpunkt zu reagieren beginnt. Chemische Prozesse im Gehirn sind dafür verantwortlich und wenn man diese auch erkennt, kann man bestimmte Reaktionen bereits im Vorhinein abschwächen.

Danke für die Zeit zum Lesen und ich würde mich über Feedback freuen, zumal ich keine Ahnung habe, wie gut oder schlecht ich meine Sache mache.

Quellen: